Alle Maschinen, die nicht von Hand, sondern elektrisch betrieben werden, müssen in regelmäßigen Abständen einer VDE-0113-Maschinenprüfung gemäß DGUV V3 unterzogen werden. Die Einzelheiten sind in der Norm EN 60204 (DIN VDE 0113) geregelt. Hierbei handelt es sich um eine europäische Norm. Es ist klar festgelegt, wann, wie und in welchem Umfang die Prüfung zu erfolgen hat und wie das Ergebnis nachzuweisen ist. Was ist Inhalt der Prüfung, worauf ist zu achten?

VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV – Gründe und Vorteile

Es ist von zentraler Bedeutung, dass alle in der Praxis zum Einsatz kommenden Maschinen einwandfrei funktionieren. Nur so lassen sich Unfälle vermeiden. Die Sicherheit der Personen, die an den Maschinen arbeiten oder sich in deren Nähe aufhalten, muss zu jeder Zeit gewährleistet sein.

Eine termingerechte und vollumfängliche VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV hat neben der Sicherheit weitere Vorteile. Regelmäßige Prüfungen führen zu einer frühen Erkennung möglicher Defekte an den Maschinen. Durch geeignete Maßnahmen können sie direkt behoben werden. Stillstände oder Totalausfälle lassen sich weitestgehend vermeiden und die Reparaturkosten sinken.

Es ist zudem möglich, zeitnah mit der VDE-0113-Maschinenprüfung eine Inventur durchzuführen. So lassen sich mehrere Vorgänge bündeln, Kosten reduzieren und zeitliche Ressourcen einsparen.

Zu einer VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV sind nicht nur Industrie- und Produktionsbetriebe, sondern alle Einrichtungen verpflichtet, in denen elektrische Maschinen zum Einsatz kommen. Das sind zum Beispiel Büros und Verwaltungsgebäude, Hotels, Kliniken, Arztpraxen oder Pflegeheime.

Hat eine Maschine die VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV bestanden, ist gewährleistet, dass sie nach anerkannten Standards gebaut und instandgesetzt worden ist. Auch die ordnungsgemäße Verwendung wird geprüft. Das ist nicht nur für die Sicherheit der Nutzer elementar, sondern hat auch versicherungstechnische Gründe. Kommt es zu einem Unfall mit einer Maschine, die nicht ordnungsgemäß geprüft worden ist, muss der Betreiber für alle in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten selbst aufkommen, da die Versicherung in der Regel die Leistungen verweigert.

Wann ist eine VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV verpflichtend?

Grundsätzlich ist eine VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV immer dann durchzuführen, wenn eine konkrete Notwendigkeit besteht. Im Wesentlichen können jedoch drei Punkte genannt werden, an denen die VDE-0113-Maschinenprüfung unumgänglich ist.

1. Vor der Inbetriebnahme der Maschine
Wird die Maschine erstmals in Betrieb genommen, muss sie immer einer VDE-0113-Maschinenprüfung unterzogen werden. Diese Regel gilt immer und ohne Ausnahme. Oftmals wird die Prüfung direkt vom Hersteller übernommen, der eine Bescheinigung über die einwandfreie Funktionstüchtigkeit der Maschine ausstellt.

2. Nach einer Änderung oder einer Instandsetzung
Werden irgendwelche Änderungen an der elektrischen Maschine vorgenommen oder nimmt sie nach einer Instandsetzung erneut den Betrieb auf, ist eine VDE-0113-Maschinenprüfung generell verpflichtend. Das gilt auch, wenn die Maschine an einem anderen Standort als bisher betrieben werden soll oder wenn sie nach einem längeren Stillstand erneut in Betrieb genommen wird.

3. Regelmäßige professionelle Wiederholungsprüfungen
Nach bestandener VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV wird die Maschine mit einer Prüfplakette versehen, der zu entnehmen ist, wann die nächste Prüfung durchzuführen ist. Die Abstände sind nicht allein durch die EN 60204 geregelt, sondern ergeben sich aus dem Gefährdungsgrad der Maschine sowie weiteren Faktoren wie zum Beispiel dem Standort, der Umgebungstemperatur oder der Häufigkeit des Einsatzes.

Die Phasen der VDE 0113 Maschinenprüfung

Die VDE-0113-Maschinenprüfung beginnt mit einer ausführlichen Besichtigung der Maschine. Dabei macht sich der Prüfer ein Bild, ob alles korrekt angeschlossen ist und ob es eventuelle Abweichungen vom vorgeschriebenen Aufbau gibt. Ist diese Phase abgeschlossen, folgt die Erprobung. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Effektivität sowie einwandfreie Funktionstüchtigkeit der Schutz- und Meldeeinrichtungen der Maschine gelegt.

Mit speziellen Messgeräten wird die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen in der Praxis festgestellt. Außerdem werden diese Geräte eingesetzt, um Mängel festzustellen. Hat der Verschleiß der Maschine bereits begonnen oder steht unmittelbar bevor, gibt es ebenfalls geeignete Geräte, die dies schnell und zuverlässig erkennen können.

Umfang der VDE-Maschinenprüfung nach DGUV

Der Prüfer muss feststellen, ob die technische Dokumentation und die elektrische Ausrüstung der Maschinen übereinstimmen. Bei der Prüfung wird darauf geachtet, ob eine durchgängige Verbindung des Schutzleiter- und Potenzialausgleichssystems besteht. Des Weiteren muss der Isolationswiderstand gemessen und die Spannung unter Hochspannung geprüft werden. Die Maschinen werden im Laufe der Prüfung automatisch abgeschaltet, um die Wirksamkeit aller Schutzmaßnahmen feststellen zu können.

Anschlussleitungen werden auf Beschädigungen überprüft. Außerdem wird geprüft, ob alle Schutzabdeckungen sowie Sicherungen vorhanden sind und ob es irgendwelche Zeichen einer Überlastung gibt. Der Isolationswiderstand darf nicht niedriger als 1 Megaohm sein. Für bestimmte Maschinenteile gilt ein anderer unterer Wert, der jedoch niemals unter 50 Kiloohm liegen darf.

Prüfungsprotokoll und Prüfplakette

Ist die VDE-Maschinenprüfung nach DGUV abgeschlossen, müssen die Ergebnisse rechtssicher protokolliert werden. Dafür gibt es vorgefertigte Formulare. Hier werden das Datum der Prüfung, der Name des Prüfers sowie der Ablauf und der Umfang der Prüfung dokumentiert, sodass der Vorgang jederzeit nachvollzogen werden kann.

Des Weiteren gibt es eine Prüfplakette, die nach der VDE-0113-Maschinenprüfung an der Maschine angebracht werden muss. Sie ist das sichtbare Zeichen, dass die Maschine die Prüfung bestanden hat und einwandfrei funktioniert. Außerdem ist der Plakette zu entnehmen, wann die Prüfung stattgefunden hat und wann die nächste Prüfung auszuführen ist. Die Angabe bezieht sich auf den Monat und das Jahr.

Was ist, wenn eine Maschine die Maschinenprüfung nicht besteht?

Werden kleinere oder größere Mängel an der Maschine vom Prüfer festgestellt, muss ein Mängelprotokoll erstellt werden. Dieses Protokoll muss die Art und den Umfang der Mängel klar und eindeutig dokumentieren und wird dem Eigentümer übergeben. Ihm obliegt es, geeignete Maßnahmen zur Beseitigung dieser Mängel einzuleiten. Die Maschine wird mit einer Warnplakette versehen und darf so lange nicht genutzt werden, bis die Mängel restlos beseitigt sind.

Danach muss eine erneute VDE-0113-Maschinenprüfung durchgeführt werden. Erst wenn der Prüfer feststellt, dass die Maschine frei von jeglichen Mängeln ist, darf sie wieder eingesetzt werden.

Was passiert, wenn die VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV unterlassen wird?

Wird eine gesetzlich vorgeschriebene VDE-0113-Maschinenprüfung unterlassen, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit nach § 209, Absatz 1, Siebtes Buch Sozialgesetzbuch dar. Diese Ordnungswidrigkeit kann mit hohen Geldstrafen geahndet werden. Außerdem kann eine unterlassen Prüfung den Verlust des Versicherungsschutzes zur Folge haben.

Fazit zur Norm Maschinenprüfung nach DIN VDE 0113

Die VDE-0113-Maschinenprüfung nach DGUV ist unverzichtbar, wenn es darum geht, jederzeit eine einwandfreie Funktionsfähigkeit der im Einsatz befindlichen elektrischen Maschinen sicherzustellen. Die Prüfung muss von einer befähigten Person durchgeführt werden, die auf alle Details achtet, die von Bedeutung sind. Mängel können frühzeitig festgestellt und beseitigt werden. Das ist sehr wichtig, denn die Personen, die mit den elektrischen Maschinen arbeiten, müssen sicher und umfassend vor Unfällen geschützt werden. Eine unterlassene Prüfung ist deshalb kein Kavaliersdelikt, sondern stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden kann.

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