Um die Sicherheit in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zu gewährleisten, gibt es zahlreiche Gesetze, Vorschriften und Normen. Ein zentraler Bereich hierbei ist die Prüfung elektrischer Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3. Sie dient der Unfallverhütung und war früher unter dem Namen VBG 4 und BGV A3 bekannt. Gemäß §3 der DGUV Vorschrift 3 ist jedes Unternehmen verpflichtet, eine regelmäßige Prüfung Ihrer elektrischen Betriebsmittel durchzuführen. Die Kriterien, Abläufe und Fristen für die Prüfung elektrischer Betriebsmittel werden in Normen und Vorschriften klar geregelt. Ziel dabei ist immer der Schutz von Mitarbeitern, Kunden und des Unternehmens selbst vor Gefahren und Schäden.

Was wird geprüft – Elektroprüfung von Geräten Maschinen und Anlagen

Gegenstand der DGUV-V3-Prüfung sind alle

Elektrogeräte werden unterteilt in ortsveränderlich und ortsfest.

Ortsveränderliche Geräten können auch während des Betriebes leicht bewegt werden. Beispiele für ortsveränderliche Betriebsmittel sind: Netzteile, Monitore, Bohrmaschinen, Wasserkocher oder Verlängerungskabel.

Ortsfeste Geräte sind dagegen fest installierte elektrische Verbraucher, die aufgrund ihrer Masse nicht leicht bewegt werden können. Beispiele für ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind: Warmwasserspeicher, Klimaanlagen, Beleuchtungsanlagen.

Für die Prüfung von elektrischen Geräten ist die VDE-Norm 0701-0702 zuständig.

Elektrische Maschinen werden durch Elektromotoren angetrieben und haben höhere Schutzmaßnahmen, zum Beispiel einen Not-Aus-Knopf. Beispiele für die Gruppe elektrischer Maschinen sind:  Produktionsmaschinen wie Pressen, Werkstattmaschinen wie Drehbänke oder Sägeanlagen. Für die Prüfung greift die VDE-Norm 0113-1.

Elektrische Anlagen werden durch einen Zusammenschluss mehrerer elektrischer Betriebsmittel gebildet. Beispiele für elektrische Anlagen sind: Heizungs- oder Lüftungsanlagen, Aufzüge oder Gebäudeinstallationen wie Steckdosen und Verteilungen. Für die Prüfung elektrischer Anlagen greift die VDE-Norm 0105-100.

Ist in einem Fall die Zuordnung zu einer Kategorie nicht eindeutig, entscheidet die qualifizierte Elektrofachkraft, nach welcher Vorschrift und in welchem Umfang die Elektroprüfung durchzuführen ist.

Ziel der DGUV-V3-Prüfung

Das oberste Ziel der DGUV-Prüfung ist die Sicherheit und der Schutz der Mitarbeiter. Nicht geprüfte Elektrogeräte verursachen in Deutschland 3.000 gefährliche Unfälle mit Brandschäden oder Personenschäden pro Jahr.

Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, zum Schutz des Arbeitnehmers sichere Betriebsmittel zur Verfügung zu stellen, die er auch entsprechend regelmäßig überprüfen muss. Unter ungünstigen Umständen (schwerwiegender Unfall) ist dies seit 2009 eine Straftat nach § 26 BetrSichV. Es haften die Betreiber der Anlagen, meist der Unternehmer.

Der Unternehmer darf die Prüfung an eine befähigte Person delegieren, trägt aber weiterhin die Verantwortung.

Auch durch den entsprechenden Paragraphen im Sozialgesetzbuch (§ 209 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII) ist die Prüfung ortsveränderlicher und ortsfester Anlagen und Betriebsmittel gesetzlich festgeschrieben.  Das Ganze wird überwacht durch ein duales System. Auf der einen Seite gibt es die gesetzlichen Regelungen durch  das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG), das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Betriebssicher­heitsverordnung (BetrSichV). Auf der anderen Seite sind aber auch die gesetzlichen Unfallversicherungen wie  Berufsgenossenschaften oder Unfallkassen daran interessiert,  dass die Folgekosten für Unfälle gering ausfallen.

Ausführlichere Informationen über die gesetzlichen Grundlagen finden Sie unter „Warum prüfen?

Nach welchen Regeln wird eine Geräteprüfung durchgeführt?

Es gibt viele Normen und Vorschriften, die im Zusammenhang mit der DGUV-Prüfung eine Rolle spielen. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE) beschreibt in der DIN VDE 0701-0702 die technische Verfahrensweise der Prüfung von elektrischen Geräten.

Es gibt aber auch noch weitere Verordnungen und Regelwerke, wie z. B. die Betriebssicherheitsverordnung, die auf wichtige Punkte eingeht, beispielsweise auf die Forderung, dass eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden muss, oder auch darauf, wie Arbeitsmittel überhaupt zu prüfen sind.

Die technischen Regeln der Betriebssicherheit (TRBS) geben Hilfestellung: Die TRBS 1201 enthält die Regeln für die Prüfung von Betriebsmitteln und Anlagen. Weitere technische Regeln legen fest, wer geeignet ist, eine Prüfung durchzuführen.

Wer darf die DGUV-V3-Prüfung durchführen (früher BGV-A3-Prüfung)?

In der TRBS 1203 wird beschrieben, welche Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit eine befähigte Person aufweisen muss.

Die Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel muss gemäß der DGUV Vorschrift 3 von einer Elektrofachkraft oder unter deren Aufsicht durchgeführt werden. Als Elektrofachkraft gilt, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen befähigt ist.

Näheres über die genauen Bestimmungen für die DGUV-V3-Prüfung finden Sie unter „Wer darf prüfen?“

Wann muss eine Elektroprüfung nach DGUV durchgeführt werden?

Eine Geräteprüfung muss bei der Inbetriebnahme eines Neugerätes, nach Reparatur oder Wartungsarbeiten sowie in Wiederholungsprüfungen durchgeführt werden. Das Intervall für die Wiederholungsprüfungen wird in der Gefährdungsbeurteilung festgelegt.

Dabei sind die vorgegebenen Prüffristen nicht immer starr. Wird durch geeignete Maßnahmen die Sicherheit der Betriebsmittel gewährleistet, können Prüffristen verlängert werden. Dies ist ein Ansatz, auf den wir bei flex|sec in besonderem Maße Wert legen. Er erhöht nicht nur die Sicherheit ihrer elektrischen Geräte, sondern reduziert die gesamten Prüfkosten.

Wie läuft die Elektroprüfung ab?

Der Ablauf der DGUV-V3-Prüfung ist in der DGUV Vorschrift 3 durch die folgenden Elemente beschrieben:

  • Inventarisierung
  • Gefährdungsbeurteilung
  • Besichtigung
  • Messung
  • Funktionsprüfung
  • Dokumentation
  • Auswertung
  • Weitere Maßnahmen (Festlegung Prüffristen, Mängelbeseitigung)

Inventarisierung
Im ersten Schritt gilt es, herauszufinden,  wie viele Prüflinge im Unternehmen überhaupt zu prüfen sind. Hier werden alle elektrischen Geräte in einer Liste aufgenommen und den Kategorien zugeordnet. Dies erfolgt häufig im Rahmen der Prüfung.

Gefährdungsbeurteilung
Nach Inventarisierung der Prüfmittel erfolgt eine Gefährdungsbeurteilung zu diesen Prüflingen. Die Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage der Geräteprüfung und konkretisiert in den TRBS 1111 die Prüffristen und Prüfmaßnahmen.

Sichtprüfung des Betriebsmittels

In der Sichtprüfung werden die elektrischen Betriebsmittel auf äußerliche Beschädigungen oder Gefahrenquellen geprüft. Die Mehrheit der Mängel bei DGUV-Prüfungen fallen bereits bei der Besichtigung auf.

Messungen durchführen

Es folgen Messungen durch professionelle Gerätetester. Aufgrund spezifischer Messungen können Unregelmäßigkeiten oder Beschädigungen aufgedeckt werden. Es werden Schutzleiterwiderstände, Isolationswiderstände und Fehler- oder Ableitströme geprüft.

Funktionsprüfung an Betriebsmitteln

Es folgt die Funktionsprüfung der elektronischen Geräte. Während der Schutzleiterstrommessung im direkten Messverfahren oder der Differenzstrommessung kann die Funktion häufig schon nachgewiesen werden.

Wichtig hierbei ist, auch die Sicherheitseinrichtungen auf ihre korrekte Funktion zu überprüfen. Drei Beispiele:

  1. Thermoabschaltelemente:
    Wenn sie einen Wasserkocher prüfen, reicht es nicht aus, nachzusehen, ob das Wasser kocht, Sie müssen auch so lange warten, bis das Thermoabschaltelement wirklich abschaltet.
  2. Not-Aus-Schalter
    Auch Not-Aus-Schalter müssen im Rahmen der Funktionsprüfung getestet werden
  3. Druckwellenwandler
    Bei Schneide- oder Trennmaschinen sind oft Druckwellenwandler verbaut, die ebenfalls auf korrekte Abschaltung der Maschine geprüft werden müssen.

Auch die Überprüfung der Sicherheitseinrichtung gehört mit zur Funktionsprüfung eines Prüflings.

Dokumentation

Der letzte Teil der Geräteprüfung ist immer die Dokumentation. Ähnlich wie bei der Hauptuntersuchung Ihres Autos beim TÜV brauchen Sie später ein Dokument, um nachzuweisen, dass der Prüfling zur Zeit der Prüfung in Ordnung war. Dies gewährleisten wir durch die Dokumentationsmöglichkeiten unserer modernen Gerätetester.

Zusätzlich wird durch die Prüfplakette die ordnungsgemäße Prüfung der Geräte bescheinigt.

Auswertung

In der Auswertung werden die gewonnenen Messergebnisse interpretiert und entsprechende weitere Maßnahmen abgeleitet.

Weitere Maßnahmen

Weitere Maßnahmen können eine Mängelliste mit Aufgaben zur Beseitigung sein. Die Informationen aus den Messungen fließen wiederum in die Gefährdungsbeurteilung mit ein. Zum Beispiel kann aufgrund der Messergebnisse entschieden werden, die Prüffristen zu verlängern oder zu verkürzen.

Mit welchem Prüfgerät darf die DGUV-V3-Prüfung (BGV-A3-Prüfung) gemessen werden?

Um die Messungen durchzuführen, sind Prüfgeräte zu nutzen, die es ermöglichen, die Prüfung gemäß den Normen auszuführen. Hierfür müssen die Prüfgeräte den Richtlinien entsprechen. Die Richtlinien sind zum Beispiel in der der VDE 0404 Teil 1 und Teil 2 sowie der VDE 411 Teil 1, VDE 413 oder der europäischen Norm EN 61557 festgeschrieben.

Bei der Prüfung ortsfester Anlagen werden diese Normen ebenfalls referenziert. Dort werden sie allerdings noch um die Prüfung der Schleifenimpedanz sowie der Fehlerstromschutzeinrichtung ergänzt.

In der Regel sind mit den Gerätetestern drei Prüfungen durchzuführen:

  1. Prüfung Schutzleiterwiderstand
  2. Prüfung Isolationswiderstand
  3. Ableitstrom/Fehlerstrom
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